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Bericht Bobengrün 2015

Ein Bericht von Phillip Mörtel

Ich bin ein Zelt, komm bau mich auf!

Liebe CVJMer,

ich bin neu bei euch; lange bin ich noch nicht dabei. Aber ich möchte von meinen ersten Erlebnissen mit einem Teil von euch erzählen.

Das alles fing eigentlich nicht besonders hoffnungsfroh an. Nämlich auf einem alten recht staubigen und vollgestellten Speicher. Na klasse, dachte ich. Da ist man jung, unverbraucht, gänzlich ohne Falten, alles ist noch so wie es sein sollte, nichts fehlt,  sitzt am rechten Fleck und man wartet hoffnungsfroh auf seine ersten Einsätze; wo würde man wohl das erste Mal seine volle Pracht entfalten können? Dann aber landet man erst mal auf besagtem Dachboden und ist schnell jeglicher Illusion beraubt. Es konnte nur besser werden. Und wirklich lange lag ich da auch nicht rum!

Aber halt. Bevor ich jetzt richtig zu erzählen anfange, sollte ich mich vielleicht erst mal vorstellen. Wer ich bin, wo ich herkomme,  was meine Lebensziele sind und so weiter…

Also, ich bin ein Zelt – euer neues Zelt!

Nun, mein bekannter Stammbaum reicht zurück bis nach Korinth. Ich muss zugeben, es macht mich schon ein bisschen stolz, von mir behaupten zu können, quasi eine korinthische Bauweise zu sein. Wenn auch freilich nicht direkt im Sinne von Säulen und Tempeln. Aber so weit weg bin davon auch nicht. Ich gehöre nämlich zur paulinischen Linie. Den Paulus kennt ihr bestimmt. Das ist der berühmte Zeltmacher, von dem sogar die Apostelgeschichte erzählt. Der war zwar auch nicht der erste, der sich mit uns Zelten besonders gut auskannte…. Da gab es schon noch viel früher den Abraham und en Loth und viele andere. Auch die wären ohne uns Zelte ziemlich aufgeschmissen gewesen. Aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Schließlich dachte ich mir, so eine Vergangenheit ist schön und gut. Was aber bringt einem die, wenn man, kaum dass man aus den Händen des eigenen Herstellers entkommen ist, in besagter staubiger Dachkammer landet? Aus den Augen aus dem Sinn – so geht die Hoffnung schnell dahin! Na, das sind für uns Zelte leider ruhmreiche Tage, die der Vergangenheit angehören und in Zeiten von Stein- und Fertigbauweise so schnell nicht wieder kommen. Aber wem sag ich das? Das ist halt der gesellschaftliche unaufhaltbare Wandel seit den antiken Hochkulturen, nicht wahr?  

Ungefähr so dachte ich bis vor meinem ersten Einsatz - sozusagen bis vor meiner „Feuer- oder doch besser „Regentaufe“. Es sollte aber anders kommen. Jetzt muss ich freilich noch der Vollständigkeit halber vorweg schicken, dass ich eigentlich gar kein richtiges Zelt bin. Also kein solches wie das, was ihr vor mir in Lauf hattet oder sogar so eines wie es viele bei den Indianern gibt. Aber das ist zweitrangig. Ich bin zwar nur ein Pavillon, aber unter meinesgleichen, finde ich, kann ich mich durchaus sehen lassen. Entschuldigt bitte, aber ein bisschen eitel darf man sein, oder? Selbst bei der besten paulinischen Vergangenheit muss man doch zeitgemäß bleiben, gell! Immerhin habe ich erfahren, dass mir im Laufe des nächsten Jahres noch ein großer Zeltbruder hier in Lauf zur Seite gestellt werden wird. Mein Vorgänger ist nämlich –aus seiner Sicht- endlich und zur höchsten Zeit!- außer Dienst gestellt worden. Der war wahrlich nicht mehr tau frisch. Und das ist noch euphemistisch ausgedrückt, ohne von diversen Löchern und Rissen überhaupt reden zu wollen! Ermöglicht habt ihr mich alle miteinander, leibe CVJMer, letztes Jahr mit eurer Kirchweihaktion. An dieser Stelle meinerseits danke dafür. Es hat sich gelohnt!

Aber kommen wir endlich zur Sache. Es fing  an am 22.5. abends, als mich ein paar junge Leute vom Dachboden im CVJM Haus runtergeholt und in ein Auto verladen haben. Da ich noch vollständig verpackt war, habe ich leider nur bruchstückhaft mitgekriegt, was sie erzählt haben. Man merkte ihnen gute Laune an. Immer wieder erzählten sie was von Bobengrün oder scheinbar umgangssprachlich Bobbers und Zeltplatz, Froschbachtal, Indiaca, Pfingsttagung, Regenwetter und Gulaschsuppe….

Was sollte das bloß werden? Ich konnte also gespannt sein. Offenbar handelte es sich um meinen ersten Einsatzort. Bald sollte ich Näheres über meine Bestimmung und meinen Platz bei euch im CVJM erfahren.

Nach einer nicht allzu langen Fahrt am nächsten Tag packten sie mich dann aus. Ich bekam einen schönen, großen, idyllisch gelegenen Zeltplatz in einem herrlichen Waldgebiet mit nahegelegenem Bach zu sehen. Ein paar andere Zelte waren auch schon da. Manche größer und die meisten kleiner als ich. Anerkennend nahmen wir uns gegenseitig zur Kenntnis, als ich mit der Hilfe meiner Errichter aus Lauf meine volle Spannkraft und Größe an einem ziemlich prominent sichtbaren Platz entfaltet hatte. Es schien eine gesellige und herzliche Atmosphäre zu sein, die ich die nächsten Tage erleben sollte. Die Leute grüßten sich fröhlich, spielten miteinander Indiaca oder plauderten zwanglos. Ein schönes buntes Treiben war das, nicht einmal geregnet hat es. was viele der Anwesenden besonders freute. Na gut, außer einmal nachts und tagsüber ein paar Tropfen. Aber das buchten sie alle unter typischem und erwartbarem Flair ab.

Abends dann sind sie alle gemeinsam losmarschiert. Das Motto dieses Pfingsttreffens, war „Vergesst die Liebe nicht“. Immer wieder haben sie sich alle versammelt, um entweder in kleinen Gruppen zu diskutieren, zu singen oder gemeinsam einem Redner zuzuhören. Erst am Nachmittag im Zeltlager und dann abends auf einer oberhalb liegenden Versammlungswiese, die früher mal ein Wald gewesen sein soll – aber das war vor meiner Zeit. Schließlich trafen sich die Leute heuer hier  schon zum siebzigsten Mal. Das fand ich interessant. Die blickten also auch auf eine ziemliche Tradition zurück. Es ist sogar dieselbe wie die meinige, die ich eingangs geschildert habe. Sie hat mit der Apostelgeschichte und dem Paulus, ihr wisst schon, der Zeltmacher, und so zu tun. Ich war also genau richtig hier. Für diese Leute in Bobengrün war das aber gar nichts Altes aus vergangenen Tagen. Es scheint für sie gegenwärtig und lebendig zu sein. Vor allem bei den Versammlungen wurde das für sie spürbar. Immer dann, wenn Leute wie heuer Jele Mailänder, Colin Bell, Paul Nogossek, Stefan Kiene oder viele andere geredet haben. Die haben das so ähnlich gemacht, wie man es sich vom Paulus von früher erzählt. Vom Schöpfergott und seiner Liebe, die in Jesus offenbar geworden ist und höchste Relevanz für unser Leben besitzt, haben sie erzählt. Das ist schon spannend, muss ich sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass sich diese Story von damals über zweitausend Jahre bis heute so aktuell und lebensnah hält und weitererzählen lässt. Irgendwie einfach begeisternd! Mittlerweile machen die das sogar nicht mehr nur so, wie der Paulus früher, der an verschiedenste Leute ständig Briefe auf Papier geschrieben hat. Heute senden sie das, was ihnen wichtig ist, per Internet in die ganze Welt. Ja, auch Missionsreise-Bedingungen scheinen sich geändert zu haben, was?!

Neben diesem verbindenden Element rund um die Geschichten von Gott, Jesus und dem Heiligen Geist haben sich die Leute auch immer wieder, vor allem bei mir unten auf dem Zeltplatz getroffen, um gemeinsam Sport zu machen. In Mannschaften traten sie gegeneinander im Indiaca an.

Am Pfingstsonntag war bei mir richtig was los. Neben den mir bereits bekannten Dauercampern sind noch einige Laufer als Tagesgäste dazugekommen, die mich bestaunt und bevölkert haben. Auch aus anderem Vereinen haben Freunde des CVJM Lauf  vorbeigeschaut, um mich zu betrachten und mit den Laufern ein bisschen zu ratschen. Leider waren nicht alle nur lieb zu uns. Die Forchheimer haben uns nämlich die Fahne geklaut. Aber darüber reden wir nicht weiter. Nächstes Jahr müssen meine Leute halt ein bisschen besser aufpassen.

Der Höhepunkt des Festes war für mich der Sonntagnachmittag. Gesehen habe ich davon nicht viel, aber gehört. Wieder mal saßen, standen oder lagen, ich weiß es nicht genau, alle oben rund um die Bühne und hörten auf Gottes Wort. Nach der Predigt standen sie dann auf und fingen gemeinsam an, laut und klar begleitet vom Posaunenchor, zu singen. Mir kam es so vor, als sei es noch ein bisschen lauter gewesen als  bei den vielen Liedern davor:

“O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.“

Und spätestens in diesem Moment wusste ich ganz genau, was mir in den letzten Stunden immer mehr bewusst geworden ist. Diese Sache damals, von der schon Paulus und seine Freude geredet haben, die gilt auch heute noch und ist keineswegs weniger aktuell. Pfingsten bleibt Pfingsten!

Jetzt war mir auch klar, worin wohl die nächsten Jahre im CVJM Lauf meine Hauptaufgabe bestehen wird. Gemeinsam mit Leuten wieder hierher nach Bobengrün zu fahren, damit die Geschichte mit Gott von damals wieder aktuell wird und weitergeht. Er, Gott, ist es der bleibt. Das hat der örtliche Dekan Andreas Maar in einem beeindruckenden Zeugnis deutlich gemacht, das weit mehr war als ein obligatorisches Grußwort. Auf diese nächsten Jahre freue ich mich. Vielleicht habt ihr ja Lust mit mir dabei zu sein, wenn es wieder heißt, auf geht’s zu Pfingsten nach Bobengrün. Für ein paar mehr Leute hätte ich durchaus noch Platz – und dann gibt’s nächstes Jahr noch das zweite Zelt!

Wir sehen uns also hoffentlich spätestens 2016 im schönen Frankenwald oder unterm Jahr bei der einen oder anderen Veranstaltung von euch, die ich gerne unterstützen werde.

Es grüßt euch herzlich,

euer neuer "(Nicht-nur-Bobegrün)-Pavillon"



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© CVJM Lauf. Bobengrün '15 (zuletzt aktualisiert am 01.11.16)